Radtour von Höhr-Grenzhausen zum Köppel

Nach dem verregneten Pfingstsonntag, lässt sich am Pfingstmontag nun doch noch die Sonne blicken. Die Temperaturen passen, alles ist satt grün, viele Blumen blühen. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kleinere, 23 km lange, E-Bike-Rundtour. Es geht zum Köppel, der Köppel ist mit 540,2 m, die zweithöchste Erhebung der Montabaurer Höhe. Wir fahren am Landshuber Weiher vorbei, machen später einen kleinen Abstecher zum Indianderfelsen und kommen am Bodendenkmal römisches Kleinkastell am Limes gelegen in Hillscheid vorbei.

Auch dieses Mal starten wir am Keramikmuseum, wir fahren nach rechts auf die Autostraße, diese folgen wir ein Stück in Höhr-Grenzhausen, kommen dann aber bald auf einen Weg, der hinter dem Steuler-Werk vorbeiführt. Unten angekommen, geht’s auch gleich in den Wald. Wir werden sofort links und rechts von einigen blühenden roten Fingerhüten begrüßt. Ein schöner Anblick, es geht weiter in den Wald.

Tiefer im Wald verläuft der Weg etwas bergauf und wir kommen bald zum Landshuber Weiher, hier geht es erstmal auf einem spannenden kleinen schmalen Pfad zwischen den Weihern hindurch, zum Teil etwas holprig über Baumwurzeln hinweg direkt am idyllischen oberen Zulaufs des Brexbachs entlang.

Eine Holzbrücke führt über den Bach und dann fahren wir links auf einen breiteren Waldweg, der uns weiter hinauf führt. Es geht eine Weile bergauf, dank der E-Bikes kein Problem. Wir fahren dann auf einem asphaltierten Waldweg weiter bergauf. Hier oben haben die Stürme, die Trockenheit und der Borkenkäfer extreme Spuren hinterlassen. Ganze Wälder sind verschwunden. Es ist schon erschreckend, wie sich die Landschaft hier verändert hat. Das wird noch lange dauern, bis sich der Wald rund um den Köppel wieder erholt hat. Glücklicherweise sind die Wälder weiter unten nicht betroffen.

Wir erreichen den Aussichtsturm auf dem Köppel. Der wunderbare Weitblick lohnt sich trotzdem und lässt im wahrsten Sinne des Wortes über die zerstörte Natur hinwegblicken. Wir gönnen uns eine Kleinigkeit in der Köppelhütte und treffen hier auf dem Berghügel einige andere Radler und Wanderer an, denn der Köppel und die Köppelhütte sind nach wie vor ein beliebtes Wander- und Radtourziel.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter, erst noch über ein paar wenige Schotterpisten, dann wieder auf einen asphaltierten Waldweg, bergab Richtung Hillscheid. Mal wieder einfach nur laufen lassen. Doch Obacht, wir dürfen nicht den kleinen Abstecher zum Indianerfelsen verpassen. Wir machen eine Vollbremsung und biegen scharf links in einen Waldweg ab. Der Indianerfelsen ist aus vulkanischem Gestein, ein kleines isoliertes Basaltvorkommen. Er ist nicht sonderlich bekannt und nicht auf vielen Karten verzeichnet. Aber der Abstecher lohnt sich schon. Indianerfelsen – Woher kommt denn die Bezeichnung?
„Namensgeber war der Hillscheider Steinbildhauer Rudi Christmann, der im Jahre 1944 in eine Basaltsäule einen Indianerkopf gemeißelt hat. Diese Skulptur wurde später bei Sprengarbeiten wieder zerstört.“ – Quelle: Info-Tafel am Indianerfelsen

Wir fahren wieder den kleinen Weg zurück und kommen zum Kleinkastell Hillscheid. Das Kleinkastell Hillscheid war ein römisches Kastell des Obergermanischen Limes, der im Jahre 2005 den Status des UNESCO-Weltkulturerbes erlangte. Das Kastell steht nur in den Grundmauern da. Es ist ein teilkonserviertes und rekonstruiertes Bodendenkmal. Vor Ort findet sich Wall und Graben des Limes mit rekonstruierter Palisade.

Am obergermanischen Limes

Unser Weg zurück zum Keramikmuseum führt durch den tiefgrünen intakten Hillscheider Wald, wir fahren auf die zum Radweg umgebaute ehemalige Eisenbahnstrecke, die nach Höhr-Grenzhausen führt und sich besonders gut fahren lässt. Wir kommen am Hotel Heinz vorbei, fahren durch ein ruhiges Wohngebiet und sind schließlich wieder am Startpunkt. Versucht doch auch mal diese kleinere Tour. Abwechslung ist garantiert.

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